Gedenktag an der Birger-Forell-Sekundarschule

01.02.2018      Der 27. Januar wird seit 1996 jedes Jahr als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen, so auch an den Birger-Forell-Schulen. Es liegt in der Verantwortung von Schule, den Tag und die Geschehnisse in Erinnerung zu behalten, auch wenn unsere Generationen nicht die Schuldigen waren, damit sich solche Verbrechen wie unter der Nazi-Tyrannei nicht wiederholen. Gerade jetzt in unserer Gegenwart, wo das Zusammenleben sich zunehmend schwieriger gestaltet und Respekt an Wert einzubüßen scheint, ist es wichtig, an die Zeit der Nazi-Verbrechen zu erinnern und für die Gegenwart und Zukunft daraus zu lernen. Daher gestalteten die Lehrer Christian Sümening, Sabine Matthäus und Nikolaus Hass mehrere Andachten zu dem Thema in der Schulaula.

In der Andacht für die Jahrgangsstufen 5 und 6 boten Christian Sümening und Nikolaus Hass viel Wissenswertes über das Schicksal von Anne Frank und die Schulzeit von Kindern im Dritten Reich sehr anschaulich dar. Einige Schülerinnen und Schüler wussten schon ein wenig über diese Themen und die Zeit des Nationalsozialismus. Alle lauschten den Erzählungen mit gespannter Aufmerksamkeit und sehr viel Konzentration.

Die 7. Klassen hörten wichtige Einzelheiten über das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Mit Hilfe von Bildern und sehr lebendigen Schilderungen erklärten die beiden Lehrer, wie die Vernichtung der Häftlinge in Auschwitz ablief. Etliche Schülerinnen und Schüler reagierten sehr betroffen und nachdenklich, stellten aber auch viele Fragen.

In der Stufe 8 beschrieb Christian Sümening das Schicksal von Jugendlichen, die sich nicht der Gleichmacherei der Nationalsozialisten anpassen wollten. Sie wurden unter anderem als schwer Erziehbare in sogenannten Jugendstraflagern inhaftiert, zum Beispiel in Moringen bei Göttingen. Dort mussten sie schwere Arbeit bei oft unzureichender Ernährung leisten. Medizinische Versorgung gab es dort so gut wie nicht.

Zum Schluss der Andachten warben Christian Sümening und Nikolaus Hass für das Recht des Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben: Gerade wenn Staaten unserer Zeit Andersdenkende unterdrücken, sei es sehr wichtig, sich auf Werte wie Menschlichkeit und Toleranz zu besinnen und diese Werte zu verteidigen. So forderten sie die Schüler auf, wachsam zu sein, wenn Menschen beispielsweise wegen ihrer Religion oder einer anderen Meinung beschimpft und ausgegrenzt werden.

Musikalisch umrahmt wurden die Andachten von Sabine Matthäus und Nikolaus Hass mit Liedern der jüdischen Religion, die auch in Synagogen und an jüdischen Festtagen zu hören sind.

Wer flattert da am Futterhaus?

Forschertag auf Gut Bustedt

31.01.2018 (siev)      Auch in diesem Jahr erlebte der 5. Jahrgang der Birger-Forell-Sekundarschule für 2 Tage das Biologiezentrum alte Rittergut Bustedt. Aber nicht der finstere Kerker war das Ziel der vier Klassen, sondern die heimische Vogelwelt sollte studiert werden. Im NW (Naturwissenschafts) Unterricht hatten die Schüler und Schülerinnen schon einiges über das Leben und Verhalten der heimischen Tiere im Winter gelernt. Nun wollte man vor Ort erkunden, was man im Unterricht in der Theorie erarbeitet hatte.

Am Montag, dem 29. Januar, waren die Klassen 5a und 5c und am folgenden Tag die Klassen 5b und 5d mit ihren Klassenlehrern in Bustedt.

Auf dem Gut angekommen, konnten die Schüler und Schülerinnen gleich ihr Wissen unter Beweis stellen, denn es galt die Frage zu klären: Was dürfen wir den Vögeln im Winter überhaupt für Futter ins Futterhaus legen? Sehr schnell war man sich einig und konnte auch begründen, warum Brot, Käse und Schokokade ungeeignet und Nüsse, verschiedene Körner und Fett absolut notwendig für die gefiederten Freunde sind.

Danach konnten die Schüler und Schülerinnen an 4 Stationen selber tätig werden. In kleinen Gruppen schnippelten sie Äpfel klein und fädelten diese zusammen mit Erdnüssen zu Futterketten zusammen. An einer anderen Station sollten die Schüler anhand von Präparaten die heimischen Vögel bestimmen. Das war gar nicht immer so einfach, denn einige Vögel gleichen sich doch wirklich sehr, da musste genau geschaut werden, ob es eine Heckenbraunelle oder ein Gartenbaumläufer ist. Weiter ging es dann zur Vogelbeobachtung nach draußen, ausgerüstet mit Ferngläsern und Bestimmungsbüchern wurden Futterstellen und die sich dort tummelnde Vogelwelt beobachtet. Viele der Vögel, die man vorher als Präparat gesehen hatte, flatterten nun auf der Suche nach dem besten Platz am Futterhaus direkt vor der Nase der Fünftklässer. Und was manchmal im Unterricht ja schwer sein kann, hier war es dann mucksmäuschenstill, damit man die Vögel auch nicht verschreckte.

An der letzten Station ging es dann in die „Hexenküche“, aber anstelle von irgendwelchen Zaubertränken, die beim Vokabellernen oder bei Matheaufgaben helfen sollten, wurden hier Futterglocken hergestellt. Futterglocke und Futterkette konnten die Schüler und Schülerinnen mit nach Hause nehmen. Viele wollen beides ganz in Fensternähe aufhängen, um auch zuhause die Vögel im Winter beobachten zu können.

Enjoy Difference, Start Tolerance

Kulturprojekt zum vierten Mal

27.01.2018      „Kunst und Kultur sind nicht die sympathische Nische der Gesellschaft, sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält.“ Dieser Ausspruch von Norbert Lammert beschreibt das Wesen von Kunst und Kultur sehr präzise. Darüber hinaus sind Kunst und Kultur nie eindimensional. Sie sind reichhaltig und voller Unterschiede. Diese Tatsache haben die Teilnehmer am Projekt „Kulturelle Vielfalt – Vielfalt der Kulturen“ inzwischen zum vierten Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Am 26. Februar 2018 kamen Schülerinnen und Schüler aus dem 6. Jahrgang der Birger-Forell-Sekundarschule mit Studierenden des Berufskollegs Lübbecke zusammen und zeigten in einer mitreißenden Werkschau die Ergebnisse einer arbeitsreichen und intensiven Woche. Wieder dabei waren die Theaterpädagogik des Stadttheaters Minden unter Viola Schneider, die Rapschool NRW mit Daniel Schneider und die Peter-Gläsel-Stiftung – Bereich Community Dance mit Andreas Wegwerth.

Die Idee hinter dem Projekt ist, dass die Sekundarschüler zusammen mit den angehenden Erzieherinnen und Erziehern des Berufskollegs Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliches Handeln erleben. Dabei lernen sie, sich zu respektieren, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und mit Konflikten produktiv umzugehen. Dies haben alle Teilnehmer in den drei Kategorien Rap, Theater und Tanz eindrucksvoll demonstriert. Das zentrale Thema „Vielfalt“ zog sich dabei durch sämtliche Darbietungen.

Mit einem Rap über Fußball zog die erste Gruppe die Zuschauer in ihren Bann und brachte sie in Stimmung. Mit Fußball als Freiraum verwirkliche man seinen persönlichen Traum und gewinne als Team mit einem großartigen Tor, so die Botschaft dieses ersten Songs. Die Rapper unterstützte Holger Jobusch, der vor zwei Jahren als Praktikant an der Birger-Forell-Sekundarschule tätig war.

Der zweite Höhepunkt der Schau war die Darbietung der Theatergruppe. Sie brachte Szenen aus der Welt der Jugendlichen auf die Bühne mit typischen Themen wie Handygebrauch, Schulstress und Konflikte. Dabei brachen die Schauspieler eine Lanze für Toleranz, indem sie einräumten, dass Vielfalt zwar Konflikte bringe, aber es wichtig sei, damit umzugehen. Wer Vorurteile gegenüber anderen habe, sei einfältig, doch das Gegenteil von Einfalt sei Vielfalt. Da half es auch nichts, dass sich zwei „Geheimagenten“ zu den Klängen des James-Bond-Themas auf die Suche nach der Vielfalt machten, sie in Form eines Zettels in einem Geheimfach fanden und zerrissen. Denn jeder ist, wie er ist. Mit der Aussage „Enjoy difference, start tolerance“ warben die Darsteller für mehr Respekt untereinander. Eine klare Botschaft für einen friedvollen Umgang mit seinen Mitmenschen.

Der nun folgende Rap „Das Herz so klein …“ berührte emotional und mutete fast wie ein Ruf nach Verständnis an. Er unterstrich noch einmal musikalisch, was Jugend in der heutigen Zeit mit all ihren Schwierigkeiten bedeutet. Auch hier war die Botschaft, dass es hilft, über sich und sein Verhalten nachzudenken und dadurch zu mehr Respekt und Verständnis zu kommen.

Im nächsten Teil zeigten die Tänzer, was sie erarbeitet hatten. Völlig selbstgesteuert entwickelten sie eine wunderbare Choreografie und boten überraschende, fließend ineinander übergehende und sich immer neu entwickelnde Figuren. Unerwartet tauschten sie während der Darbietung ihre anfangs schwarz-weiße Kleidung in bunte aus. Ein deutlicher Hinweis auf das inzwischen in Espelkamp etablierte „Bunt statt schwarz-weiß“, das sich ebenfalls Vielfalt und Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat.

Zum Abschluss traten noch einmal die Rapper auf mit einem Rap, der für sich selbst sprach: „Es ist jeden Tag dasselbe, tagein, tagaus. Dein ganzes Leben dreht sich wie im Kreislauf. Doch genau das ist der Sinn; denn der Sinn liegt darin, dass ich bin, wie ich bin.“ Deutlicher kann man Vielfalt nicht auf den Punkt bringen. Jeder ist, wie er ist. Jeder ist einzigartig, jeder ist anders.

Alle drei Gruppen verdienen für ihre Präsentationen allerhöchste Anerkennung und ein großes Lob für ihr Engagement während dieser Woche. Alle Teilnehmer haben gemeinsam und eigenständig tolle Ideen entwickelt. Dass die Zusammenarbeit zwischen Sekundarschule und Berufskolleg inzwischen wie selbstverständlich läuft, war deutlich zu spüren. Eine Fortsetzung des Projekts ist für den März als Auftakt zu „Bunt statt schwarz-weiß“ geplant.

Die beiden Schulleiter Stefan Becker und Ursula Beinlich würdigten die Leistungen aller Beteiligten mit einem großen Dankeschön. In besonderem Maße ging das an Claudia Schröder von der Sekundarschule, an Karin Detert vom Berufskolleg, und an Viola Schneider vom Stadttheater Minden, Daniel Schneider von der Rapschool und Andreas Wegwerth von Community Dance. Dank auch an die Anna-Sophie-Stegkemper-Stiftung und die Marktkauf GmbH für ihre Unterstützung. Die Organisatoren freuten sich auch über den Besuch von Gisela Wibbing, die über die Arbeitsstelle "Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW" das Projekt unterstützt und über das Ergebnis des Projekts sehr begeistert war. To be continued.

Statt Schule eine Woche Schnee und Sonnenschein

Erste Skifreizeit der Birger Forell- Sekundarschule Espelkamp nach Nauders in Tirol

22.01.2018      Für 28 Schüler und Schülerinnen aus den 8. und 9. Klassen der Sekundarschule war es eine willkommende Verlängerung der Weihnachtsferien - sie hatten sich für die erste Skifreizeit angemeldet, die von der Sekundarschule in Espelkamp durchgeführt wurde. Am letzten Tag der Weihnachtsferien ging es für sieben Tage ins Skigebiet Nauders in Tirol/Österreich. Nach zehnstündiger Nachtfahrt kam man am Sonntagmorgen in Pfunds an und war beeindruckt von dem Alpenpanorama und den schneebedeckten Bergen, die in den nächsten Tagen „bezwungen“ werden sollten. Nachdem die Skiausrüstung jedem maßgeschneidert angepasst worden war, konnten viele es kaum erwarten, auf die Pisten in Nauders zu kommen.

Da bis auf zwei Teilnehmer alle Schüler und Schülerinnen Anfänger waren, waren die ersten Übungen und Schwünge erst einmal für zwei Tage bei herrlichem Sonnenschein auf dem Anfängerhügel zu absolvieren. Unter der Anleitung von vier skierfahrenen Sportlehrern/Innen der Sekundarschule machten alle erstaunliche Fortschritte, so dass es schon am dritten Tag zum Gipfel in 2.600m Höhe ging. Bei außergewöhnlich guten Schneeverhältnissen und weiterhin strahlend blauem Himmel wurde man immer sicherer auf den Brettern und befuhr sogar mittelschwere Pisten, was selbst die Skilehrer oftmals in Erstaunen versetzte. Schließlich schaffte es am Ende der Woche die Hälfte der Gruppe, die wegen ihres Gefälles allgemein als berüchtigt bezeichnete Talabfahrt nach Nauders zu bewältigen.

So gingen sechs spannende, unterhaltsame und lustige Tage ohne nennenswerte Verletzungen zu Ende, an die sicher alle gerne zurückdenken werden. Wie sagte da eine Schülerin kurz vor der Heimfahrt: „Hier lernen wir doch viel mehr für`s Leben als in der Schule.“

Schulpartnerschaft mit Tansania intensiviert

19.01.2018      Anlässlich der Lehrerkonferenz am 16. Januar 2018 berichteten unsere Sekretärin Andrea Schäffer und Lehrerin Hanne Nerger von ihrer Reise zum Kirchenkreis Bweranyange in Tansania, die im letzten Herbst stattfand. Hanne Nerger hatte die Bweranyange Girls‘ Secondary School besucht, um die Partnerschaft mit unserer Schule zu intensivieren, während Andrea Schäffer zusammen mit Claudia Felber vom Kirchenkreis Lübbecke in fünf Gemeinden zu Gast war. Dort sprach sie mit verschiedenen Frauengruppen über die schwierige Situation in der Landwirtschaft und den Familien, die der geringe Regenfall der vergangenen Jahre hervorgerufen hat.

Mit vielen Fotos gaben Andrea Schäffer und Hanne Nerger einen bunten Einblick in den derzeitigen Entwicklungsstand unserer Partnerschule und veranschaulichten die wirtschaftliche Lage des Kirchenkreises Bweranyange. Beeindruckend erschienen ihre Schilderungen der trotz allem positiven Stimmung unter den Afrikanern, die versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Als Geschenk aus Tansania überreichten sie Schulleiterin Ursula Beinlich ein handgewebtes Tuch mit der Aufschrift „From Bweranyange to Birger-Forell“. Das Tuch kann nicht nur als Kleidungsstück dienen, es symbolisiert außerdem die intensiven Verbindungen zwischen den beiden Schulen und Kirchenkreisen.

Das Tuch hängt jetzt im 1. OG im Verwaltungsbereich.